Der Bau des Modules ‘Molkerei Lamstedt‘

von Peter H. Schindler

Die Idee

Nach einer seit 1974 in Bau befindlichen Modelleisenbahn-Anlage, die nie fertig zu werden scheint, einem Diorama mit einer chemischen Fabrik und einem Container-Bahnhof und einem in fortgeschrittener Planung befindlichen Diorama mit einem zu einem Großstadt-Bahnhof gehörenden Bus-Bahnhof, stand mir eigentlich nicht der Sinn nach dem Bau eines Modules für den Freundeskreis der Spur Z Hamburg.

Nachdem sich der Freundeskreis jedoch im Januar 2011 reorganisieren und neu aufstellen und -im positiven, wie im negativen Sinne- ‘Reibungs‘verluste hinnehmen musste, habe ich mich kurzerhand entschlossen, die Präsentationsfähigkeit des Freundeskreises auf Messen durch Bau eines Modules in FdSZH-Norm zu unterstützen. Meine Überlegung, den Großstadt-Bahnhof mit angeschlossenem Bus-Bahnhof aus dem angefangenen Diorama zu übernehmen, habe ich relativ schnell wieder verworfen. Zu teuer und zu aufwendig. Da ich früher beruflich viel mit Molkereien zu tun hatte, kam mir die Idee für den Bau einer solchen mit Käserei und Milchtrocknungswerk; eingebettet in einer norddeutschen Landschaft.

Die Umsetzung

Die beiden erforderlichen, genormten Kopfstücke für das Modul waren schnell beschafft. Die Länge und Breite des Moduls wurde mit 1.100 mm x 500 mm so gewählt, dass ich es gerade noch in meinem Pkw transportieren kann.

Die Grundplatte des Moduls erhielt eine Korkauflage von drei Millimetern zur Geräuschdämmung. Ich entschied mich für die dunklere Variante von Heki (Art.-Nr. 3161), weil sie mir bei kleineren Fehlern bei der Landschaftsgestaltung weniger auffällig scheint, als helles Kork. Fast könnte man den dunklen Kork sogar als Waldboden unbearbeitet lassen. Als Kleber habe ich Pattex verwendet, weil es -ein Tipp von Otti- zur weiteren Geräuschdämmung beiträgt.

Die Konstruktion des Modules unter Berücksichtigung der Norm-Vorgaben war auch schnell zusamen gezimmert und es konnte mit der Landschaftgestaltung losgehen. Eine aufwendige Schienenführung gab das Thema nicht her. Ich entschied mich daher für eine gerade, zweigleisige Streckenführung für den Durchgangsverkehr zu den beiden Anschlussmodulen und einem nur der Gestaltung dienenden Industriegeleis zum Trockenwerk der Molkerei. Meinem Portemonnaie kommt der Verzicht auf teure Weichen, Signale pp. sehr entgegen. Das Geld will ich lieber in die Ausgestaltung des Moduls stecken.

Der große Planer vor dem Herrn bin ich nicht. Wo die beiden nach der Modul-Norm vorgegebenen Schienen verlegt werden müssen, war klar. Die geeignetste Stelle für das Molkereigelände war auch schnell gefunden und damit verbunden auch der Verlauf der an ihm vorbei führenden Bundesstraße. Das Industriegleis habe ich frei nach Schnauze verlegt. Um optisch vorteilhaft, das heißt, leicht geschwungen auf das Molkereigelände zu kommen, habe ich das lange Flexgleis von Märklin (Art.-Nr. 8594) verwendet.

Das Gleismaterial von Märklin ist in seiner Bauhöhe -Unterkante Schwelle bis Oberkante Schiene- nicht maßstabsgerecht. Wer einmal ein Preiser-Figürchen mit einer angenommenen natürlichen Höhe von ein Meter und siebzig neben das Gleis von Märklin stellt und zum Vergleich sich selbst neben eine Originalschiene der DB, der weiß, was ich meine. Bei der Modellbahnspur Z ist die Schiene fast mannshoch. Im üblichen Streckenverlauf kann man diesen Fehler vielleicht durch geschickte Einschotterung einigermaßen kaschieren, wenn aber eine mannshohe Schiene auf ein Fabrikgelände führt, dann helfen auch keine Gestaltungstricks mehr. Deshalb habe ich den Streckenverlauf des Industriegleises von ihrem Beginn am Modulrand über die Bundesstraße bis hin zum Prellbock auf den Werksgelände mit einem Filzstift in genau der Schienenbreite auf dem Kork gekennzeichnet und die Schienen anschließend in den gekennzeichneten Untergrund ‘eingegraben‘. Das war ganz einfach. Ich habe mit einem scharfen Stechbeitel nämlich nur den vorher auf die Platte geklebten, drei Millimeter starken Korkbelag im Verlauf der mit dem Filzer festgelegten Strecke entfernen müssen. Jetzt verlaufen die Schienen (fast) ebenerdig. Ich brauche sie nur noch in ihrem ‘Bett‘ zu verschottern. Das sieht -so finde ich- schon mal ganz gut und der Wirklichkeit stark angenähert aus.

Nach ein paar Abenden habe ich mich dann erst einmal zufrieden im Sessel zurück gelehnt und mir Gedanken darüber gemacht, welche von der Industrie angebotenen Gebäudebausätze sich für die Molkerei wohl eignen, denn einen speziellen Molkereibausatz gibt es (noch) nicht. Das Sichten von Katalogen war angesagt.

Die erste Baustufe

Vorne die Bundesstraße, dahinter das Molkereigelände. Korkklötze sollen mir eine Vorstellung für das spätere Trockenwerk und das Käsereigebäude vermitteln. In der Abbildung sind sie bereits durch bearbeitete und weiß lackierte Holzklötze ersetzt. Oben zu erkennen, das tiefer gelegte Industriegleis, das an einer provisorischen Abtankstation mit einem Prellbock endet. Im Hintergrund die durch die Modulnorm vorgegebene Hauptstreckenführung, die jedoch noch nicht fest verlegt ist.

Bilder aus dem Jahr 2011

Die rechte Seite des Molkereimoduls
Die rechte Seite des Molkereimoduls
Peter verschönert sein Modul.
Peter verschönert sein Modul.
Ladeszene
Ladeszene

Mi

15

Nov

2017

Bad Oldesloe 2017

Am 11. und 12. November zur 32. Modellbahn-Ausstellung in Bad Oldesloe nur Kai, Sven, Kim, PeSchi und Peter (Dommermuth) zusammen, um für den Freundeskreis der Spur Z Hamburg eine insgesamt zwölfteilige Modulanlage zu präsentieren. Zu Gast war am Sonnabend auch unser Freundeskreis-Senior Peter (Kahl), der mit seinen fünfundachtzig Jahren natürlich keinen Standdienst mehr leisten musste.

mehr lesen

Mi

15

Nov

2017

Silver City

Der Freundeskreis der Spur Z Hamburg benötigte ein zusätzliches Wendemodul. Die Planung war schnell erledigt. Peter Kahl hatte die selbst gebastelten Häuser seiner Westernanlage dem Freundeskreis geschenkt. Kai Wüstermann baute den Unterbau und verlegte die Gleise. Die weitere Arbeit erledigte Peter Schindler, baute aus den Häusern und 160 Figuren eine Wild-West-Show zwischen die Gleise und nannte sie Silver City.

mehr lesen