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Besuche seit dem 24.01.2012

 INTERMODELLBAU 2011 in Dortmund.

(Von Leonhard Habernickel, Peter H. Schindler und Wolfgang Schlatow.)

 
Nachdem uns die INTERMODELLBAU in Dortmund als größte Modellbauausstellung in Deutschland und als das Mekka der Modelleisenbahner beschrieben worden war und unsere Leute vom Freundeskreis jedes Mal mit glänzenden Augen nach Hamburg zurückgekehrt waren, haben sich die drei Autoren dieses Berichtes am 14.04.2011 auf den Weg nach Dortmund gemacht.
 
Ein günstig gelegener und sogar kostenfreier Parkplatz direkt am Stadion war schnell gefunden. Allerdings hatte Peter als HSV-Fan ein bischen Angst um seinen Wagen, an dessen Nummernschilder Hinweise auf ‘seinen‘ HSV zu sehen sind. Als wir am späten Nachmittag zum Auto zurück kamen, fanden wir ihn aber schrammen- und beulenfrei und unbesprayt wieder vor.
 
Da nur ein Tag für den Besuch der Ausstellung zur Verfügung stand, haben wir uns von vornherein auf den Modellbahnbereich in den Hallen 4 und 7 beschränkt. Leo und Peter spezialisierten sich auf die Modellbahn-Spur Z, während Wolfgang auch sein Auge auf die Spuren N und H0 warf. Systematisch haben wir die beiden Hallen durchkämmt und Gang für Gang abgeklappert.
 
Keine Frage, die Hallen waren sehr gut besucht. Von der Besucherzahl her könnte das mit dem Mekka für Modellbahnfans durchaus stimmen. Was die Aussteller angeht, so haben wir jedoch anderenorts schon mehr und Besseres gesehen.
 

Wer sich für die Modellbahnspuren N und HO und größer interessierte, kam in Dortmund

wohl auf seine Kosten. ‘Unsere‘ Spur Z aber war hoffnungslos unterrepräsentiert.
Firmen wie Busch, Faller, Noch, Märklin, Heki, Viessmann usw. hatten zwar ein großes Angebot vor zu weisen, jedoch (fast) nichts, was die kleine Spur Z betraf. Man hatte fast den Eindruck, als habe man kein Interesse am Verkauf von Zubehör für die kleine Spur. Heckl, Luetke und Bahls waren mehr oder weniger die Einzigen, die als Hersteller und Händler Interessantes in Sachen Spur Z präsentiert haben. Auf dem Stand der ZF

 

I Z-Friends International e.V. gab es noch eine Vitrine von Trafofuchs, aber das war es dann auch schon fast. Mittendrin irgendwo auf einem Stand -fast hätten wir es übersehen- preisgünstiges und brauchbar erscheinendes Schienenmaterial für die Spur Z eines Fremd-herstellers. Zubehör für die Spur Z im Übrigen lässt den Vergleich zu, mit einem Tropfen roter Tinte die Ostsee
verfärben zu wollen. Drei oder vier Händler boten gebrauchte Märklin-Artikel und Werbewagen in der Spur Z an, aber auch die paar Schubladen musste man wie die Stecknadel im Heuschober suchen und das Angebot war –mit Verlaub gesagt- dürftig und bestenfalls für einen Anfänger von Interesse. Neuware? Verbreitet Fehlanzeige. Selbst Leo und Peter, die bekanntlich recht kauffreudig sind, sind von Dortmund mit leeren Taschen wieder nach Hause gefahren und das lag ganz sicher nicht daran, dass sich die kleinen Z-Wagen pp. in den großen
Tüten nicht wiederfinden ließen. Es gab einfach nicht genug, das es sich zu kaufen gelohnt hätte.
 
In den größeren Modellbahn-Spuren gab es eine ganze Reihe Anlagen zu sehen. Viele kannte man jedoch schon, weil sie vorher schon auf vielen anderen Ausstellungen gezeigt worden waren und wohl auch in den nächsten Jahren noch zu sehen sein werden. Wirklich Neues gab es nicht; keine Anlagen, die einem das Herz

hätte höher schlagen lassen und schon gar keine Eyecatcher. Irgendwie hatte man den Eindruck, als seien die Modellbahner von einem Phlegma befallen. Man ruht sich auf alten, irgendwann einmal gebauten Anlagen und Präsentationsstücken aus und präsentiert diese immer wieder in –wenn überhaupt- kaum veränderter Form. Das Angebot

war für häufige Besucher von Modellbahn-Ausstellungen geradezu langweilig und eigentlich nur noch für Besucher interessant, die das erste Mal eine solche Ausstellung besuchen. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Wir wollen hier nicht die Qualität der Ausstellungsstücke und die zum Teil mit viel Liebe und Naturtreue gestalteten Exponate anzweifeln und beklagen, sondern lediglich darlegen, dass man sich auch an erstklassig durchgestalteten Partien übersehen kann, wenn man sie auf fast jeder Ausstellung wieder und wieder und kaum etwas Neues sieht. So mancher Modellbahnclub wäre unserer Meinung gut beraten, wenn er sich etwas rarer machen und nicht an jeder Ausstellung teilnehmen würde.
 
In Dortmund fand man speziell im Maßstab 1:220 einen Anlagenteil mit der Nachbildung des Altonaer Bahnhofs in Hamburg. Oder sollte es der Dammtorbahnhof sein?
Gut gemacht; aber unsere drei Z-Freunde aus Hamburg hat das Schaustück nicht vom Sockel gerissen; zumal die Detailgestaltung, das, was einen großen Bahnhof und seinen Betrieb ausmacht, zu wünschen übrig ließ.
 
In Halle 7 dann ein Block- bzw. Gemeinschaftsstand der ZFI Z-Friends International e.V. Hinten der Stammtisch Untereschbach e.V. mit seinem Fußballstadion und einigen kleineren Schaustücken. Nicht nur sehenswert, sondern absolut gigantisch und deshalb auch gut besucht und fast ständig von Besuchern umlagert.
An der zweiten Seite des Standes eine Fahrstrecke mit der Fehmarnsundbrücke. Die Brücke selbst sehr gut gemacht, aber die Strecke vor und hinter der Brücke etwas ‘kahl‘ und daher langweilig und etwas lieblos anmutend.
 
An der dritten Seite des Standes ‘zerquetschte‘ eine Vitrine von Trafofuchs mit interessanten Beleuchtungsvorschlägen und Figuren ein Diorama eines leider unter Wert präsentierten Bahnbetriebswerkes. Das wäre wirklich ein Blickfang gewesen, hätte man es vorteilhafter placiert.
 
 



Auf dem Rest der Block-Seite präsentierten sich die sich neu gegründeten bzw. neu formierten ZFI Z-Friends International e.V. und auf der vierten Seite des Standes zeigte eine Gruppe aus Hamburg eine größere Modulanlage mit langer Fahrstrecke; mit zwei oder drei Modulen, die der Freundeskreis der Spur Z Hamburg leihweise zur Verfügung gestellt hatte.
 
 


Alles in allem reichte das alles unserer Meinung nach nicht aus, um die Modellbahn-Spur Z zu fördern und/oder einem größeren Kreis bekannt zu machen. Eine interesseweckende Interpretation des Gezeigten ist mehr oder weniger allein dem Stammtisch Untereschbach e.V. zuzuschreiben, deren Vertreter sich in ihren auffälligen gelben Stammtisch-Shirts eine wohltuende Identität gaben.
 
 


Auf vorangegangenen Modellbahn-Ausstellungen erfreute sich unser Freundeskreis mit seinen Exponaten und vielseitigen Modulstrecken stets großen Zuspruchs. Die Stände waren fast immer über Stunden von Neugierigen umlagert. In Dortmund aber blieb die Spur Z ein Stiefkind. Man mag gegen unseren Horst sagen, was man will, aber mit seinen Kofferanlagen hätte er in Dortmund etwas reißen können und mit Sicherheit mehr Aufmerksamkeit auf sich und somit auf die Spur Z gezogen.
Vielleicht waren wir ja am Donnerstag einfach nur am falschen Tag da. Mag sein; aber das kann sich dann nur auf die Besucherzahl beziehen, nicht auf das, was messeseitig geboten worden ist. Im Übrigen ist Zufriedenheit eine Frage des persönlichen Anspruches. Das gilt natürlich auch für Messebesuche.
 
Auf der Rückfahrt nach Hamburg daher das gemeinsame Resumé: Die Fahrt nach Dortmund hätten wir uns sparen können. Bleibt uns nur die Hoffnung und Vorfreude auf die speziell auf die Modellbahn-Spur Z ausgerichtete Ausstellung in Altenbeken im März kommenden Jahres.

Freundeskreis der Spur Z Hamburg | 24 Jahre Spur Z in Hamburg